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Solarenergie trotz sinkender Einspeisevergütung auf dem Vormarsch

16. April 2020

Der Anteil an Photovoltaik-Anlagen auf dem Markt sowie deren Leistung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Produzierten weltweit Solaranlagen im Jahr 2007 noch 8 Gigawatt Strom, waren es im Jahr 2017 laut Solar-Power Europe bereits 402 Gigawatt. Und obwohl die Einspeisevergütung seitdem kontinuierlich gesenkt wird, geht die Tendenz beim Solarstrom weiterhin nach oben.

Die Vorteile der Sonnenenergie

Sonnenenergie ist unerschöpflich. Außerdem ist sie ungefährlich, kostenlos verfügbar und regenerativ. Bei der Stromerzeugung entstehen keine unangenehmen Gerüche, kein Lärm und keine Schadstoffe. Photovoltaik-Anlagen produzieren Energie genau dort, wo sie benötigt wird. Dadurch werden Stromnetze entlastet und die Abhängigkeit von anderen Stromerzeugern und Energiepreisen sinkt. Die vielen Vorteile bewirken, dass Solarenergie künftig einen immer stärkeren Stellenwert bei der Energieerzeugung einnehmen wird. Experten prognostizieren einen Anteil von rund 15 Prozent für die Sonnenenergie an der weltweiten Energieproduktion bis zum Jahr 2040. In Deutschland lag der Anteil der Solarenergie an der Stromerzeugung im Jahr 2019 bei durchschnittlich 9,2 Prozent.

Photovoltaik-Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Solarenergie wird wie andere erneuerbare Energien seit dem Jahr 2000 auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefördert. Ziel ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern und voranzutreiben. In der EEG-Version von 2017 wurden konkrete Ausbauziele benannt:

  • Im Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Im Jahr 2035 soll der Anteil an erneuerbaren Energien 55 bis 60 Prozent ausmachen.
  • Bis 2050 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen.
     

Durch eine Einspeisevergütung sollen potenzielle Anlagenbetreiber einen Anreiz für die Errichtung einer Solaranlage erhalten. Nachdem die Einspeisevergütung direkt nach der Novelle des EEG sprunghaft anstieg, ist sie seitdem konstant zurückgegangen. Wer seine Anlage im Januar 2020 in Betrieb nimmt, erhält eine Einspeisevergütung zwischen 6,8 und 9,87 Cent je Kilowattstunde – abhängig von der Größe der Anlage und der Art der Gebäudenutzung. Im Jahr 2001 lag sie pauschal für alle Betreiber bei 50,62 Ct/kWh.

Solarenergie lohnt sich trotz sinkender Einspeisevergütung

Obwohl die Einspeisevergütung immer weiter sinkt und in der nahen Zukunft wahrscheinlich ganz abgeschafft wird, lohnt sich der Bau einer Photovoltaik-Anlage. Ein wesentlicher Faktor ist der Preisrückgang bei Solarpaneelen. Diese sind heute in der Anschaffung deutlich kostengünstiger als noch vor einigen Jahren, sodass sich der Bau bei gut kalkulierter Größe und daraus resultierender Auslastung innerhalb von etwa zehn Jahren amortisiert hat. Voraussetzung ist, dass der Strom selbst genutzt wird oder an Dritte in örtlicher Nähe verkauft wird. Neue Möglichkeiten ergeben sich außerdem für potenzielle Anlagenbetreiber aus technologischen Neuerungen der letzten Jahre: Biologisch abbaubare Folien können problemlos an Gebäudeteilen installiert werden, die aus unterschiedlichen Gründen nicht für das Anbringen von Paneelen geeignet sind. Auch Statik-Probleme lassen sich mit den leichtgewichtigen Folien umgehen.

Mit Photovoltaik auf dem Weg in die Klimaneutralität

In Unternehmen oder Einrichtungen, deren Nutzung überwiegend tagsüber stattfindet, ist Solarstrom ideal, um vom Energieversorger unabhängiger zu werden. So setzt etwa die Leuphana Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit ENGIE Deutschland auf acht Photovoltaik-Anlagen, die eine Gesamtleistung von 650 Kilowatt Peak (kWp) ausspielen können. Dadurch werden zum einen rund 20 Prozent des jährlichen Energiebedarfs gedeckt und zum anderen mehr als 240 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Die seit 2014 klimaneutrale Hochschule wird damit ihrem Anspruch gerecht, eine Universität für das 21. Jahrhundert zu werden.

Das Potenzial der Solarenergie erkennen und nutzen

Noch immer wird das Potenzial von Photovoltaik von vielen unterschätzt, sagt Oliver Diehl, Niederlassungsleiter Energiemanagement bei ENGIE Deutschland in Köln. Dabei macht vor allem die hohe Wirtschaftlichkeit die Technologie für Unternehmen und Gemeinden so attraktiv. Es müssen allerdings die Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, wie er weiter ausführt. Statik, Ausrichtung und Oberflächenbeschaffenheit von Fassaden und Dächern müssen stimmen, um eine große Energieausbeute zu erzielen. Sinnvoll ist die Zusammenarbeit mit einem Experten, damit die Anlage optimal zu den individuellen Voraussetzungen vor Ort passt. Mit ENGIE Deutschland bekommen künftige Anlagenbetreiber einen starken Partner an die Seite. Schon seit vielen Jahren setzt das Unternehmen innovative Solarstrom-Lösungen für seine Kunden um und investiert weltweit in Technologien, die bereit für die Zukunft sind.

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Unser Experte

Ralf Schürkamp
Ralf Schürkamp ist Geschäftsführer der ENGIE Erneuerbare GmbH.

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