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Nachhaltigkeit in der Hotellerie für mehr Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz

11. März 2020

Rund fünf Millionen Tonnen Treibhausgas pro Jahr – die CO2-Bilanz der Hotels in Deutschland bietet aktuell wenig Anlass zur Freude. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Hotelbranche etwa vier Prozent des gesamten Ausstoßes verursacht, erscheint ein konsequentes Gegensteuern geboten. Denn – auch das machen die Zahlen deutlich – im Hinblick auf die Nachhaltigkeit in der Hotellerie bietet das Thema Energieeffizienz ein erhebliches Einsparpotenzial, sowohl wirtschaftlich als auch bei den CO2-Emissionen.

Nicht ohne Grund findet in der Hotelbranche derzeit vielerorts ein Umdenken statt. Nachhaltigkeit als potenzieller Erfolgsfaktor spielt in den strategischen Überlegungen auch aus Imagegründen eine immer wichtigere Rolle. Immer mehr Hoteliers verfolgen ressourcenschonende Projekte und erkennen die damit verbundenen Chancen für ihr Geschäft. So ermöglicht ein ganzheitliches Konzept von Nachhaltigkeit in den Hotels neben den damit verbundenen Einsparpotenzialen eine eindeutige Positionierung am Markt.

Nachhaltige Hotels – reduzierter Energieverbrauch und sinkende Betriebskosten

Um für mehr Nachhaltigkeit in der Hotellerie zu sorgen, muss der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. Hierfür gilt es, die Energieeffizienz zu erhöhen und ein besseres Energiemanagement durchzusetzen. Ein solches Vorgehen trägt nicht nur zu einer spürbaren Verringerung des CO2-Ausstoßes bei, sondern wirkt auch steigenden Energiekosten entgegen. Gegenwärtig macht der Energiebedarf eines Hotels etwa fünf bis sieben Prozent des jährlichen Betriebsumsatzes aus. „Der Energieverbrauch spielt vor allem in den haustechnischen Gewerken eine Rolle, also bei der Lüftung, Klimatisierung, Heizung und Beleuchtung. Bezogen auf die verschiedenen Raumtypen im Hotel sind Konferenzbereiche mit ihrer anspruchsvollen Raumlufttechnik in der Regel große Energiefresser. Außerdem natürlich Spa-Bereiche und Küchen.“, erklärt Manfred Schmitz, CEO der ENGIE Deutschland.

Welche Einsparpotenziale bieten nachhaltige Energiekonzepte?

Über ressourcenschonende Energiekonzepte lassen sich durch Optimierungen und Modernisierungen je nach Alter der Anlagentechnik Einsparungen zwischen zehn und 35 Prozent erreichen. Wie hoch das Einsparpotenzial ausfällt, zeigt das Beispiel eines typischen 4-Sterne-Hotels mit 150 Zimmern. Bei jährlichen Energiekosten von 300.000 Euro ergeben sich realistische Einsparpotenziale von 30.000 bis 100.000 Euro pro Jahr.

Contracting als lukrativer Ansatz für mehr Nachhaltigkeit in der Hotellerie

Geht es um nachhaltige Energiekonzepte in Hotels, stehen viele Betreiber vor zwei großen Herausforderungen: Die Gebäudetechnik wird zunehmend komplexer und es fehlt internes Know-how. Eine weitere Hürde bilden die hohen Investitionskosten, die sich aus einer Modernisierung der gebäudetechnischen Anlagen ergeben. Deshalb setzen Hoteliers verstärkt auf externe Dienstleister für das Energie- und Facility Management und nutzen Contracting-Modelle, um die Nachhaltigkeit in ihren Hotels zu erhöhen.

Das Prinzip: Der Contractor als ausführendes Unternehmen entwickelt individuelle Lösungen für moderne, energieeffiziente Versorgungsanlagen und trägt dabei die gesamte Investitionssumme. Als Gegenleistung zahlen Hoteleigner und Betreiber (Contracting-Nehmer) das Geld nach und nach über die eingesparten Energiekosten zurück.

Energie im Hotel: Maßgeschneiderte Lösungen ermöglichen eine effiziente Nutzung

Der größtmögliche Einspareffekt lässt sich durch maßgeschneiderte Lösungen erreichen. So stellt jedes Hotel unterschiedliche Anforderungen an die zu verbauende Gebäude- und Energietechnik. Dementsprechend müssen potenzielle Maßnahmen vorab auf ihre Wirksamkeit hin geprüft und auf den speziellen Fall zugeschnitten werden. Dafür werden zunächst alle Energiequellen und -verbraucher sowie alle mit dem Energieverbrauch zusammenhängenden Prozesse identifiziert, damit im Anschluss technische und prozessuale Verbesserungen implementiert werden können.

Ganzheitlicher Ansatz im Fokus

Um die Nachhaltigkeit in Hotels signifikant zu erhöhen, sind Konzepte nötig, die über eine bloße Modernisierung der Gebäudetechnik oder einen Austausch der Beleuchtung hinausgehen. In diesem Zusammenhang bietet ENGIE vom Bau und Betrieb über den Service bis hin zur Wartung alle Leistungen rund um die gebäudetechnischen Anlagen von Hotels an. Für bestmögliche Nachhaltigkeit in der Hotellerie setzt ENGIE auf ein dreistufiges Verfahren, das neben der Modernisierung und Optimierung von Anlagen und Prozessen auch einen möglichen Einsatz regenerativer Energien beinhaltet:

  1. Unnötige Energieverbraucher eliminieren: Über den Einsatz moderner Regelungstechnik wird zum Beispiel die Beleuchtung aktivitäts- und tageslichtabhängig gesteuert. Der Konferenzraum wird nur während der Benutzung beheizt oder die Kältemaschine nur bei entsprechendem Kühlbedarf betrieben.
  2. Effizienzsteigerungspotenziale nutzen: Über eine effizientere Anlagentechnik und eine intelligente Steuerung wird beispielsweise ein höherer Wirkungsgrad erreicht. Eine Rolle spielen die Nutzung kühlerer Außenluft anstelle von Kältemaschinen zur Kühlung oder der Einsatz von Abwärme aus der Küche zum Beheizen von Hotelzimmern.
  3. Einsatz alternativer und regenerativer Energien prüfen: Je nach Situation und Umfeld ermöglicht der Einsatz eines Blockheizkraftwerks zur hocheffizienten Strom- und Wärmeerzeugung die Nutzung von kostengünstiger und umweltschonender Energie für den Eigenbedarf. Dasselbe gilt für den Einsatz einer PV-Anlage, Wärmepumpen oder anderer biogener Brennstoffe.

Zukünftige Entwicklungen im Energiesektor treiben die Nachhaltigkeit in der Hotellerie voran

Insbesondere die Fortschritte in der Digitalisierung schaffen weiteren Raum für zusätzliche Einsparpotenziale. So werden durch die damit einhergehenden Veränderungen in der Gebäudeautomationstechnik, speziell durch die Möglichkeiten des Internet of Things (IoT), noch intelligentere Lösungen zur bedarfsgerechten Steuerung von Anlagenkomponenten realisierbar. Zukunftsweisende Photovoltaikfolien, die beispielsweise von Heliatek in Deutschland entwickelt werden, stellen bereits heute eine spannende Alternative zu den bekannten Panels dar. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch in vielen anderen Bereichen finden und werden die Potenziale des nachhaltigen Energie- und Facility Management in Hotels und anderen Gebäuden stetig erweitern.

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Unser Experte

Steffen Haller
Steffen Haller ist Niederlassungsleiter Energiemanagement Süd bei ENGIE. Als Energie-Experte beschäftigt er sich mit Energieeffizienz, energetischen Sanierungen und Energiemonitoring.

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