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Erfolgsfaktoren für Mieterstrom – viel Potenzial für einen beschleunigten Ausbau

23. April 2020

Photovoltaik boomt: Rund 1,8 Millionen Gebäudeeigentümer verfügen bereits über eine Solaranlage auf ihrem Dach und tragen aktiv zur Energiewende bei. Das Erschließungspotenzial für Mieterstromprojekte gilt als ähnlich hoch. Bis zu 3,8 Millionen Wohnungen könnten in den kommenden Jahren mit kostengünstigem und umweltfreundlichem Mieterstrom versorgt werden, so eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).
 

Von einer solch flächendeckenden Versorgung kann in der Realität allerdings noch keine Rede sein. So zeigen verschiedene Erhebungen, dass Mieterstrom aus Photovoltaik oder Blockheizkraftwerken aktuell in weniger als 50.000 Haushalten zum Einsatz kommt. Nichtsdestotrotz sehen viele Experten und Verbände gute Chancen, die Energiewende über Mieterstromprojekte in die Städte zu bringen. Sie benennen verschiedene Anforderungen und Erfolgsfaktoren, an die ein beschleunigter Ausbau geknüpft ist.

Mieterstromgesetz kann Erwartungen bislang nicht erfüllen

Um die Mieter stärker am Ausbau der erneuerbaren Energien zu beteiligen, verabschiedete der Bundestag im Jahr 2017 das Mieterstromgesetz. Über eine staatliche Förderung von Mieterstrom aus Photovoltaik sollten Anreize geschaffen werden, um einen erheblichen Zubau von Solaranlagen auf Wohngebäuden zu ermöglichen. Bislang hat sich die staatliche Förderung aber noch nicht als Erfolgsfaktor für Mieterstrom entpuppt. Der im Herbst 2019 erschienene Mieterstrombericht der Bundesregierung macht deutlich: Das Modell ist bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben und die derzeitigen Rahmenbedingungen reichen nicht aus, um die vorhandenen Potenziale auch nur ansatzweise zu erschließen.

Neuregelung der staatlichen Förderung erforderlich

Kritiker des aktuellen Mieterstromgesetzes bemängeln vor allem die komplexen Rahmenbedingungen und restriktiven Regelungen, die gerade in der Praxis oft als Hemmnis wahrgenommen werden. Das Gesetz sieht etwa Förderungen nur für Solaranlagen mit maximal 100 Kilowatt Nennleistung vor. Ausgenommen von den Vergütungen sind bislang auch gewerblich genutzte Gebäude.

Ein anderer Kritikpunkt zielt darauf ab, dass der räumliche Zusammenhang von Projekten bislang nicht klar definiert ist, weiträumige Lösungen aber gleichzeitig verhindert werden. Um die Potenziale weiter auszuschöpfen, könnten Mieterstromprojekte beispielsweise ganze Quartiere durch die Nutzung des öffentlichen Stromnetzes versorgen. Dem schieben die Förderrichtlinien bislang einen Riegel vor. Weitere Hebel verorten Experten zum Beispiel in der Verkürzung der Genehmigungsdauer von sechs auf zwei Monate oder im Abbau von steuerlichen Hemmnissen für Vermieter.

Anhebung des Mieterstromzuschlags senkt die Verbrauchskosten

Hauptkritikpunkt von Umwelt- und Verbraucherverbänden an der bisherigen gesetzlichen Regelung ist die ungleiche Förderung von Eigenstrom- und Mieterstromverbrauch. Während der Eigenverbrauch von Solarstrom durch Hauseigentümer vollständig und bei größeren Anlagen teilweise von der EEG-Umlage befreit ist, müssen Nutzer von Mieterstrom aktuell die volle Umlage von rund 6,4 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Im Gegenzug wird der Verbrauch von Mieterstrom über den Mieterstromzuschlag aktuell nur mit 1,0 bis 2,1 Cent pro Kilowattstunde gefördert.

Als wesentlichen Erfolgsfaktor für Mieterstrom fordern die Verbände daher eine Angleichung des Mieterstromzuschlags an die EEG-Umlage, um die Ungleichbehandlung von Mietern und privaten Selbstversorgern aufzuheben. Eine solche Anpassung wiederum ermöglichte eine deutlich attraktivere Preisgestaltung. Nach Angaben des von ENGIE Deutschland gegründeten Mieterstrom-Startups Solarimo können die Stromkosten der Mieter gegenwärtig um etwa 15 Prozent gesenkt werden. Da viele Verbraucher ihren lokalen Stromversorgern – trotz ähnlich hoher Einsparpotenziale durch einen Anbieterwechsel – die Treue halten, ist eine entsprechende Anhebung des Mieterstromzuschlags dringend erforderlich, um mehr Verbrauchern einen Umstieg schmackhaft zu machen.

Was ist Mieterstrom?

Der Begriff Mieterstrom bezeichnet elektrische Energie, die in dezentralen Stromerzeugungsanlagen vor Ort erzeugt und direkt an die Mieter in den Wohngebäuden oder gewerblichen Gebäuden geliefert wird. Im Unterschied zum herkömmlichen Strom erfolgt der Transport der erzeugten Energie aus den Mieterstromprojekten nicht über das öffentliche Stromnetz.

Anhebung des Mieterstromzuschlags senkt die Verbrauchskosten

Hauptkritikpunkt von Umwelt- und Verbraucherverbänden an der bisherigen gesetzlichen Regelung ist die ungleiche Förderung von Eigenstrom- und Mieterstromverbrauch. Während der Eigenverbrauch von Solarstrom durch Hauseigentümer vollständig und bei größeren Anlagen teilweise von der EEG-Umlage befreit ist, müssen Nutzer von Mieterstrom aktuell die volle Umlage von rund 6,4 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Im Gegenzug wird der Verbrauch von Mieterstrom über den Mieterstromzuschlag aktuell nur mit 1,0 bis 2,1 Cent pro Kilowattstunde gefördert.

Als wesentlichen Erfolgsfaktor für Mieterstrom fordern die Verbände daher eine Angleichung des Mieterstromzuschlags an die EEG-Umlage, um die Ungleichbehandlung von Mietern und privaten Selbstversorgern aufzuheben. Eine solche Anpassung wiederum ermöglichte eine deutlich attraktivere Preisgestaltung. Nach Angaben des von ENGIE Deutschland gegründeten Mieterstrom-Startups Solarimo können die Stromkosten der Mieter gegenwärtig um etwa 15 Prozent gesenkt werden. Da viele Verbraucher ihren lokalen Stromversorgern – trotz ähnlich hoher Einsparpotenziale durch einen Anbieterwechsel – die Treue halten, ist eine entsprechende Anhebung des Mieterstromzuschlags dringend erforderlich, um mehr Verbrauchern einen Umstieg schmackhaft zu machen.

Kooperationen als Erfolgsfaktor für Mieterstrom

Besonders erfolgreich haben sich Mieterstromprojekte bislang dort etabliert, wo alle beteiligten Akteure eng miteinander kooperieren. Strategische Partnerschaften und eine umfassende Vernetzung von kommunalen Organisationen, Anbietern, Projektentwicklern, Wohnungsbauunternehmen und Immobilieneigentümern ermöglichen ein breites Verständnis von Mieterstrom als Chancenthema und erleichtern den Ausbau.

Unkomplizierte Abwicklung steigert die Akzeptanz von Mieterstromprojekten

Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in einer möglichst unkomplizierten Umsetzung von Mieterstromprojekten. Solarstrom für Mieter bequem verfügbar machen – genau an diesem Punkt setzt Solarimo an. Das Team übernimmt sämtliche Aufgaben von der Planung, Finanzierung und Installation über die Belieferung und Wartung bis hin zur Abrechnung mit den Mietern. Von diesem ganzheitlichen Konzept profitieren Mieter und Vermieter gleichermaßen und können aktiv an der Energiewende partizipieren.

Alternative Mieterstromprojekte erschließen weitere Potenziale

Neben der Erzeugung von Mieterstrom aus Solarenergie kommen auch andere nachhaltige Energieträger und technische Lösungen immer häufiger zum Einsatz. Insbesondere kleine, dezentrale Blockheizkraftwerke ermöglichen die Realisierung innovativer Mieterstromprojekte. Dabei erfolgt die Stromversorgung vor Ort über ein hocheffizientes Erdgas-Blockheizkraftwerk im Keller des Gebäudes und eröffnet den Mietern einen alternativen Zugang zur Energiewende. Wie bei dem Geschäftsmodell von Solarimo kommt auch hier ein ganzheitliches Betreuungskonzept zum Tragen, in welchem der komplette Service von ENGIE übernommen wird.

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Unser Experte

Norbert Speckmann
Norbert Speckmann leitet den Geschäftsbereich Energy & Facility Solutions bei ENGIE. Er ist Experte für die Themen Energiewirtschaft, Energiemanagement und Energiedienstleistungen.

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