Köln – Das Nahwärme-Projekt in Tettnang schreitet planmäßig voran: Knapp elf Monate nach dem Spatenstich im Juli 2025 haben ENGIE Deutschland, das Regionalwerk Bodensee, Tettnangs Bürgermeisterin Regine Rist sowie die beteiligten Baufirmen und Handwerker:innen am Freitag, den 19.06.2026, das Richtfest für die Nahwärme-Energiezentrale begangen. Der Rohbau in der Tettnanger Seestraße steht, die Hauptleitungen des Nahwärmenetzes sind verlegt, der Anschluss der ersten Gebäude ist in Vorbereitung. In der gemeinsamen Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang mbH hat jeder Partner eine klare Rolle: ENGIE Deutschland zeichnet für Planung und Bau verantwortlich, während das Regionalwerk Bodensee sowohl den Vertrieb verantwortet als auch das Heizwerk und Wärmenetz betreiben wird. Die erste Wärmeversorgung der Gebäude ist für September 2026 geplant.
Zum Auftakt werden über zehn öffentliche Gebäude mit erneuerbarer Nahwärme beliefert, darunter ein Schulkomplex am Manzenberg, und das Rathaus. Die technische Grundlast sichern zwei Biomasseheizkessel. Als Brennstoff dienen Holzhackschnitzel aus der Region, aus denen nahezu CO2-neutral erneuerbare Wärme erzeugt wird. Ein Pufferspeicher gleicht Lastspitzen ab; für den Notfallbetrieb verfügt die Heizzentrale über einen Gaskessel. Michael Hofmann, Geschäftsführer des Regionalwerk Bodensee, sagt: „Das Richtfest ist für uns mehr als ein Baumeilenstein – es ist der Beweis, dass die Wärmewende in der Region ankommt. Durch das neue Nahwärmenetz spart Tettnang jährlich bis zu 4.176 Tonnen CO2 im Vergleich zu fossilen Energieträgern ein. Und weil die Holzhackschnitzel größtenteils aus der Region stammen und lokale Betriebe den Bau umsetzen, bleibt die Wertschöpfung direkt vor Ort.“
Perspektivisch ist eine Erweiterung des Netzes auf angrenzende Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete vorgesehen. Zum Richtfest eingeladen waren alle Mitglieder des Gemeinderats, Mitarbeitende der Stadtverwaltung, die beteiligten Baufirmen und Handwerker:innen sowie alle Bürger:innen, die künftig direkt am Nahwärmenetz wohnen. An vier Stationen rund um die Energiezentrale erläuterten Fachexpert:innen das Konzept – von der Heizleistung der Anlage über den Brennstoff Holzhackschnitzel und den mehrstufigen Verbrennungsprozess bis hin zu den Anschlussbedingungen für Endkund:innen. Steffen Haller, Leiter Projects im Geschäftsbereich Energy Solutions bei ENGIE Deutschland, betont: „Tettnang zeigt, wie kommunale Wärmeversorgung der Zukunft aussehen kann: erneuerbar, versorgungssicher und von Anfang an auf Wachstum ausgelegt. Das Richtfest markiert für uns den Punkt, an dem aus Planung greifbare Infrastruktur wird. Ich freue mich, dass wir diesen Meilenstein gemeinsam mit unseren Partnern und den Handwerker:innen vor Ort feiern, die das jeden Tag mit ihrer Arbeit ermöglichen.“
© Regionalwerk Bodensee